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Linzer Medientagung 2027: Journalismus und Feminismus. Warum guter Journalismus immer divers ist

DorfTV

Linzer Medientagung 2027: Journalismus und Feminismus. Warum guter Journalismus immer divers ist

Linzer Medientagung 2027

Freitag, 12.03.2027
14-19 Uhr

Wissensturm VHS Linz
Seminarzentrum im 15. Stock
Kärtnerstraße 26, 4020 Linz

Kooperationsveranstaltung mit DorfTV und VHS Linz

Journalismus und Feminismus
Warum guter Journalismus immer divers ist
 
Nachdem Feminismus eine Zeit lang Ende der 2010er-Jahre als Trendthema galt, scheint nun der Peak überschritten und der Backlash längst eingeläutet. Auch Redaktionen sind von diesem Rückschritt betroffen. Feministische Redaktionen in großen Medien – wie etwa DieStandard – wurden verkleinert, die feministische Plattform „Zehn vor Acht“ auf Zeit Online 2025 nach zehn Jahren beendet.
 
In Deutschland sinkt laut einer Untersuchung des gemeinnützigen Vereins ProQuote (dem vor Kurzem Fördermittel gekürzt wurden) im zweiten Jahr in Folge die Zahl der Journalistinnen in Führungspositionen. Auch in Österreich ist man nach Angaben des Branchenmagazins Horizont von einer 50:50-Verteilung von Führungspositionen im Journalismus noch weit entfernt. Darüber hinaus sind Sexismus, Machtmissbrauch und fehlende Frauen in Führungspositionen ein Problem, das viele Medien betrifft.
 
Medien und Medienprojekte generell sind unter großen wirtschaftlichen Druck geraten. Damit besteht auch die Gefahr eines Verlusts von Vielfalt und unterschiedlichen Perspektiven. So bestätigen Studien, dass sogenannte Frauenthemen medial immer noch unterrepräsentiert sind.
 
Gleichzeitig existiert in Österreich mit dem Magazin „an.schlaege“ eines der beständigsten feministischen Magazine Europas. Die „an.schlaege“ war eines der ersten feministischen Magazine im deutschsprachigen Raum. Auch jüngere Gründungen wie „Die Chefredaktion“ oder „Vorlaut – Das feministische Kollektiv für jungen Online-Journalismus“ wollen nicht nur feministisch schreiben, sondern feministische Arbeitsstrukturen leben. Feministische Formate haben sich auch im nichtkommerziellen Rundfunk etabliert.
 
Auch jenseits traditioneller Medienstrukturen haben sich Freiräume entwickelt: In den sozialen Netzwerken liefern Journalistinnen als Content-Creatorinnen oft hochwertige Inhalte, ohne an Redaktionen gebunden zu sein, erzielen hohe Reichweiten und können Themen bearbeiten, ohne sie erst in männlich geprägten Redaktionen durchsetzen zu müssen – gleichzeitig sind sie vermehrt von Hass im Netz betroffen und der Willkür von Algorithmen großer Tech-Firmen ausgesetzt.
 
Das zeigt: Feministische Perspektiven sind in den österreichischen Medien durchaus vorhanden. Aber sie haben es nicht leicht.
 
Fest steht: Es braucht diverse Perspektiven, um wirklich guten und ausgewogenen Journalismus zu produzieren. Je diverser eine Redaktion ist, desto mehr Chancen bestehen, vielfältige Themen aufzugreifen und unterschiedliche Menschen zu erreichen. Es braucht Frauen in den Medien und in den Führungspositionen. Doch Chefinnen allein verändern frauenfeindliche Strukturen im Journalismus noch nicht automatisch. Was braucht es also darüber hinaus? Welchen Part spielen Männer als Verbündete der Gleichberechtigung? Wie tragen etwa Investigativjournalistinnen in einem traditionell männlich geprägten Berufsbild dazu bei, Machtmissbrauch in der Branche aufzudecken?
 
Diese Fragen stehen im Zentrum der geplanten Tagung und werden in Keynotes erfahrener Expert*innen und Journalist*innen sowie in praxisnahen Workshops diskutiert. Die Workshops geben konkrete Handreichungen für die feministische Medienarbeit und Anleitungen für Zivilcourage am Arbeitsplatz.
 
Ziel der Tagung ist es, sowohl die Diskussion über Feminismus und Journalismus zu öffnen als auch Akteur*innen zu vernetzen, einen niederschwelligen Zugang zum Thema anzubieten sowie praktische Lösungsansätze zu entwickeln und zu diskutieren, um gegen Sexismus und Diskriminierung vorzugehen. 
 
 
Die Tagung bringt Expert:innen, Journalist:innen und junge Medienakteur:innen zusammen. Sie stärkt feministische Perspektiven, fördert Vernetzung und vermittelt mit Workshops konkrete Tools für mutige, vielfältige und faire Medienarbeit.

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